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Barrierefreiheit für alle

Wie Rostocks Gartenfreunde die Inklusion in Kleingärten fördern

NNN vom 17.07.2023, von Jens Griesbach


Inklusion steht in allen Gesellschaftsbereichen ganz oben auf der Agenda. Jetzt geht der Verband der Gartenfreunde in Rostock in die Offensive. Wie die Kleingärtner Barrieren abbauen wollen.

v.l. Susann May, Manuela Böttcher, Kristin Schünemann (Foto: Jens Griesbach)

Ist barrierefreies Gärtnern möglich? Und wie muss ein inklusiver Kleingarten aussehen? Der Verband der Gartenfreunde in Rostock hat sich in diesem Jahr aufgemacht, Antworten darauf zu finden. In Kooperation mit der Initiative Kommune Inklusiv und der Aktion Mensch wurde ein Inklusionsprojekt gestartet, das sich an Menschen mit Teilhabebeschränkungen jeglicher Art richtet. „Gemeinsam mit Betroffenen erproben wir, wie ein inklusiver und möglichst barrierefreier Kleingarten gestaltet werden kann“, erklärt Manuela Böttcher, die das Projekt bei den Rostocker Gartenfreunden leitet.


Menschen mit Handicap treffen sich dazu regelmäßig im Mustergarten der Geschäftsstelle der Gartenfreunde in der Viergewerkerstraße in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. „Hier erproben und testen wir das inklusive Gärtnern und wollen so Handlungsempfehlungen für unsere Kleingartenanlagen ableiten und entwickeln“, sagt Susann May, Geschäftsführerin des Verbandes der Gartenfreunde. „Die hier gemachten Erfahrungen sollen in die Kleingartenanlagen transferiert werden“, ergänzt sie. Das Projekt läuft nur ein Jahr, am Ende soll ein Leitfaden stehen.


Kristin Schünemann ist vom Konzept des inklusiven Gärtnerns überzeugt. „Wir laden alle zum gemeinsamen Gärtnern ein“, sagt die Koordinatorin für Gesundheitsförderung der Hansestadt Rostock. „Unser Ziel ist es nämlich, miteinander und füreinander zu gärtnern, unabhängig davon, ob man beeinträchtigt ist oder nicht. Die Freude in den Gesichtern zeigt, dass das Bedürfnis nach einem Garten oder nach aktiver Gartenarbeit von großer Bedeutung ist, sowohl für Jung als auch Alt, mit oder ohne Beeinträchtigung.“


Letztendlich sollen Menschen mit Beeinträchtigungen einen Kleingarten möglichst selbstständig bewirtschaften können. „Kleingärten sollten für alle Menschen geöffnet sein und Barrieren sollten in jeglicher Form abgebaut werden, damit die Gärten zu einem Ort der Begegnung, Erholung und Gesundheit für alle werden können“, bringt es Susann May vom Verband der Gartenfreunde Rostock auf den Punkt. Ziel sei es auch, die gesellschaftliche Isolation mithilfe von Kleingärten zu reduzieren. „Das inklusive Projekt wird von allen Beteiligten als großer Erfolg wahrgenommen“, sagt sie.


 

Unter dem Motto "Die Beeren sind los" fand unsere letzte Veranstaltung am 13.07.2023 im Mustergarten der Geschäftsstelle statt.

Fotos: Susann May


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