Umwelt- und Pflanzenschutz

Bi 58 ist Gift für die Bienen
Die Vorkultur von Kartoffeln bei Erdbeeren fördert die Erdbeerwelke.

Der Stachelbeerwespe kann nur mit chemischem Pflanzenschutz Einhalt geboten werden, da sonst binnen von 2 Tagen die Stachelbeere kahl gefressen ist.
Die Apfelgespinstmotte hingegen kann jetzt nur mechanisch bekämpft werden. Die Nester der derzeit fast überall auftretenden Apfelgespinstmotte müssen abgeschnitten und sofort in einem Behälter aufgefangen werden, da die Raupen sonst in den Boden sinken. Die Gespinste werden über den Hausmüll entsorgt.

Durch Fungizide, die gegen Schorf und Mehltau wirken, wird die Blattoberfläche verstärkt und erschwert dem Pilz das Eindringen in das Gewebe. Es wird nicht der Pilz zerstört. Da diese Fungizide nicht systemisch wirken, ist der Neuaustrieb ungeschützt. Durch Regen werden diese Präparate abgewaschen. Somit muss gegebenenfalls mehrfach behandelt werden. Eine Vereinsfachberaterin teilte mit, dass in ihrem Verein drei Imker Schäden an Bienenvölkern zu verzeichnen haben. Die vielen toten Bienen hatten Gift aufgenommen. Wo die Sammelbienen das Gift zu sich nahmen, lässt meist nicht ermitteln. Für den Imker ist es ein erheblicher Schaden, da die Sammelbienen mit dem Eintrag von Nektar und Pollen die Ernährung der Bienen und der Brut im Stock und die Honigproduktion sichern.

Häufig hört man, dass Kleingärtner das Mittel Bi 58 von Compo einsetzen. Bi 58 darf im Haus- und Kleingarten nur gegen saugende Insekten und Schildläuse auf nicht blühenden Zierpflanzen und nicht blühenden Unkräuter im Gewächshaus eingesetzt werden.
Das Mittel ist als bienengefährlich (B1) eingestuft. B1 ist die höchste Bienengefährdungsklasse und das Mittel darf somit nicht auf blühenden und von Bienen beflogenen Pflanzen ausgebracht werden. Das gilt auch für Unkräuter (s. Bienenschutzverordnung vom 22.07.1992, BGBL IS. 1410). Weiterhin ist das Mittel als giftig für Fische und Fischnährtiere, schädigend für Populationen relevanter Nutzorganismen und schwachschädigend für Regenwurmpopulationen eingestuft.

Bi 58 wirkt systemisch, das heißt es wird von der Pflanze aufgenommen und im Inneren der Pflanze mit dem Saftstrom verteilt. So gelangt der Wirkstoff in den Neuaustrieb und vermutlich auch in den Blütenpollen, was zu Schäden an Bienen führen kann. Der in Bi 58 enthaltene Wirkstoff Dimethoat ist ein Dithiophosphorsäureester und wirkt nervenschädigend.

Aus diesen Ausführungen wird deutlich, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmittel, wenn es unbedingt nötig ist, sehr verantwortungsvoll und nur unter Einhaltung der Anwendungshinweise auf Verpackung und Beipackzettel erfolgen darf. So schützt man die Umwelt und auch sich selbst. Im Übrigen stellt nicht sachgemäßer Einsatz von Pflanzenschutzmitteln einen Verstoß gegen das Pflanzenschutzgesetz dar.

 

Annelore Sedat
Fachberaterin im Verband der Gartenfreunde der Hansestadt Rostock e.V.

Eine üppige Tulpenblüte im Frühling – wird im Herbst vorbereitet

Die Blumenzwiebel- und die Blumenknollengewächse
Zu den interessanten Pflanzen des Gartens gehören Blumenzwiebel – und Blumenknollengewächse. Unter dieser Kennzeichnung wird eine Gruppe ausdauernder krautiger Pflanzen zusammengefasst, deren Überwinterungsorgane Zwiebeln bzw. Knollen sind. Zwiebeln sind gestauchte, abgewandelte und selbständige unterirdische Sprosse, die sämtliche Einzelteile der zukünftigen Pflanze wie Blätter, Stängel, Blüten und Samenanlagen enthalten. Alle oberirdischen Pflanzenteile sind also im Innern der Zwiebel, eingehüllt von fleischigen Schalen.

Typische Vertreter der Frühlingsblumenzwiebeln sind; die Tulpe, Narzisse/Osterglocke, Hyazinthe, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Blaustern, Traubenhyazinthe, Kaiserkrone und Zierlauch. Knollen sind Speicherorgane, die sich durch Verdickung an verschiedenen Teilen der Pflanze, wie Wurzeln und Sprossenden, bilden; ihre Formen und Größen sind sehr unterschiedlich. Der Spross wird stets an der Oberfläche neu gebildet.

Zu den bekanntesten Knollengewächsen gehören; Krokus, Alpenveilchen, Anemone, Herbstzeitlose aber auch Gladiole und Dahlie. Blumenzwiebeln und Blumenknollen sind aus den verschiedenen Gebieten der Erde zu uns gebracht worden. Daher sind ihre Ansprüche an Boden, Lage und Klima sehr unterschiedlich. Sie blühen auch zu ganz verschiedenen Zeiten. Es gibt frostharte Arten, die Jahr für Jahr am gleichen Standort blühen. Andere wiederum müssen vor Frost geschützt überwintert werden. Alle brauchen einen lockeren, humosen Boden; Nässe und schwere Böden sind nicht geeignet. Einige Arten vertragen Kalk, andere dagegen wollen leicht sauren Boden. Auch die Lichtansprüche sind unterschiedlich, die meisten Arten wachsen allerdings am besten auf einem sonnigen Standort. Mit diesen spezifischen Besonderheiten sollte man sich vor der Pflanzung über entsprechende Fachliteratur oder über den Fachberater des Vereins vertraut machen.

Blumenzwiebel- und einige Blumenknollengewächse sollten im Herbst gepflanzt werden, wenn sie im Frühling prächtig erwachen sollen. Die Pflanzung: Die Pflanzfläche für Blumenzwiebeln und Blumenknollen ist tiefgründig zu graben, und eine Vorratsdüngung mit Kompost ist vor allem für Standorte, an denen die Zwiebeln über einen längeren Zeitraum verbleiben, einzuarbeiten. Von frischem Stalldung ist abzuraten, weil damit oft Schädlinge angezogen werden.
Die günstigste Pflanzzeit für winterharte Blumenzwiebeln ist ab September bis November. Nicht winterharte Gewächse, wie Dahlien, Gladiolen und Montbretien, werden ab Anfang April bis Mitte Mai gepflanzt.Um Mängel in der Entwicklung und Misserfolge in der Blütenbildung zu vermeiden, müssen Blumenzwiebeln und Blumenknollen die richtige Pflanztiefe erhalten.So bilden z.B. Dahlien keine kräftigen Knollen, wenn sie zu tief gesetzt werden. Zu tief stehende Krokusse und Tulpen blühen nicht, zu flach gepflanzte Gladiolen haben keine Standfestigkeit. Als Faustregel gilt: mindestens doppelt so viel Erde über die Zwiebel(Knolle) wie sie selbst hoch ist!

Außer dem Zeitpunkt des Legens und der richtigen Pflanztiefe ist wichtig, Zwiebeln und Knollen in angemessener Entfernung in den Boden zu stecken, damit jede Pflanze ausreichend Platz und Licht bekommt.

Was gibt es bei der Pflege zu beachten?
Während der Wachstumszeit sollte man keine Blätter, auch keine welk werdenden, abschneiden oder beschädigen, da sie zur Kräftigung der Zwiebel bzw. Knolle notwendig sind.

Beim Schneiden von Tulpen für die Vase müssen mindestens zwei Blätter an der Pflanze bleiben. Als Regel kann gelten, dass beim Schneiden der Blüten von Zwiebel- und Knollengewächsen so viele Blätter wie möglich an der Pflanze bleiben sollen. Nicht geschnittene Blüten sind nach dem Verblühen zu entfernen.
Einige Pflanzen wie Gladiole und Dahlie, sind frostempfindlich; deshalb ist es angebracht, die Knollen vor Eintritt stärkerer Fröste zum Überwintern zu ernten. Die günstigste Zeit ist hierfür je nach Wetterlage Mitte Oktober. Bei der Ernte wird das Laub über der Knolle abgebrochen. Das Putzen erfolgt erst nach vier bis sechs Wochen Trocknungszeit. Überwintert werden die Knollen in flachen Stiegen bei Temperaturen von etwa 10°C.
Blumenzwiebeln und Blumenknollen düngt man im zeitigen Frühjahr. Bei den Arten, die blühen, bevor sie Blätter gebildet haben (z.B. Herbstzeitlose), wird zur Zeit der Vollblüte gedüngt.
Es hat sich allgemein bewährt, Zwiebeln und Knollen, die nicht frostempfindlich sind, nur bei Staunässe neigenden Böden herauszunehmen. Die meisten Kleinblumenzwiebeln, wie Schneeglöckchen, Märzenbecher, Blaustern und Traubenhyazinthe, gedeihen ohnehin besser, wenn sie über Jahre ungestört am Standort verbleiben. Da im Garten der Samen dieser Zwiebeln leicht ausfällt, hat man schon innerhalb weniger Jahre umfangreiche Blütentuffs.

Tulpen nimmt man dagegen besser alle zwei Jahre im Juni aus dem Boden, wenn die Blattspitzen gelb werden und die Ruhezeit beginnt. An einen luftigen, trockenen und schattigen Platz lagern sie dann bis zum Spätsommer. Nach dem Trocknen werden die Zwiebeln geputzt, dabei alle kranken Exemplare ausgesondert und vernichtet. Große Zwiebeln blühen auch im kommenden Jahr wieder. Die kleinen Brutzwiebeln pflanzt man zur Vermehrung auf ein Extrabeet. Zwiebeln von Kaiserkrone Lilie und Narzisse dürfen nicht lange im freien lagern, da sie keine dicke schützende Schale besitzen.
In jeden Garten ist Platz für diese Pflanzenarten; viele gehören zu den ersten Frühlingsboten und eröffnen den Blütenreigen des Gartenjahres. Man sollte einer Pflanzung in Gruppen immer den Vorzug geben. Die großen Zwiebeln bzw. Knollen, wie Narzisse, Tulpe, Lilie, Dahlie und Gladiole, stehen am besten auf eigenen Beeten oder in größeren Gruppen auf Rabatten, aber nicht durcheinander. Kleinblumenzwiebeln sind besonders für den Steingarten geeignet.
Ein weiterer Standort für Zwiebeln und Knollen kann die Rasenfläche sein. Für den Rasen eignen sich Krokus, Narzisse, Wildtulpenarten, Blaustern, Traubenhyazinthe und Herbstzeitlose. Beim Rasenstandort muss aber der Nachteil in Kauf genommen werden, dass ein durchgehender Rasenschnitt erst dann wieder erfolgen kann, wenn die Blätter der Zwiebelgewächse vergilbt sind und eine Ruheperiode der Pflanzen erreicht ist. Solange muss um diese Pflanzen herum gemäht und das Gras mit der Hand gerupft werden, um die Entwicklung der Pflanzen nicht zu stören. Haben wir alle Vorbereitungen für den nächsten „Frühlingszauber“ getroffen? Wenn ja, dann werden uns Tulpen und andere Zwiebelgewächse den allmählichen Durchbruch des Frühlings im März/April anzeigen.

 

Horst Bublitz

Schnitt von Obstgehölzen und begleitende Pflegearbeiten

Jedes Obstgehölz gedeiht und fruchtet grundsätzlich ohne Schnitt.
Der Schnitt wird angewandt, um die Gestalt der Gehölze zu formen und schöne Pflanzen zu erziehen, um sie gesund zu erhalten und nicht zuletzt, um den Ertrag zu fördern. Anders jedoch als im Erwerbsobstbau, wo die Gehölze Quellen des Gelderwerbs sind (rationelles Schneiden), haben sie im Kleingarten einen besonderen Wert als Gestaltungselemente. Denken sie nur an die herrliche Obstblüte im Mai. Hier sollen eindrucksvolle Baumgestalten stehen und schön gewachsene Sträucher, die natürlich auch reichlich gutes Obst tragen. Dafür lohnt es sich, ein wenig mehr Mühe und Geduld aufzubringen.
Bevor wir aber zur Schere greifen, um an unseren Obstbäumen herumzudoktern, sollten wir uns zunächst fragen, ob ein Schnitt überhaupt nötig ist, und wenn ja, welche Zweige sollten zu welchem Zeitpunkt und wo abgeschnitten werden. Ein falscher Schnitt zum falschen Zeitpunkt schadet ein Obstbaum nur! Die nötigen Grundkenntnisse können sich unsere Kleingärtner durch lesen von Fachliteratur, und durch Weiterbildungsmaßnahmen für und durch die Fachberater in den Verbänden und Vereinen, aneignen. Der Rest wird durch üben, üben und nochmals üben- direkt am Baum erreicht!

Ein Schnittkalender als Jahresüberblick soll uns helfen, die Frage nach dem „wann wird in etwa was geschnitten?“, zu beantworten.

Schnittkalender

Januar/Februar nur bei frostfreiem Wetter!
Auslichtungs- und Erziehungsschnitt bei Obstbäumen und Beerensträuchern, Spalierobst und Weinreben, mit Ausnahme der frostempfindlichen Arten, wie etwa Pfirsich, Aprikose, Kiwi Verjüngen von verwilderten Kronen Rindenpflege und Stammschutz (gegen Wildverbiss und als Sonnenschutz) Schneiden und Lagern von Edelreisern Abwerfen von Kronen zum Umveredeln Vorbereiten und Ausschneiden von Veredlungsunterlagen (z.B. von geeigneten Sämlingen) Wundbehandlung ab Ende Februar auch Nussbehandlung möglich.

März
Auslichtungs- und Erziehungsschnitt noch möglich, solange die Wunden nicht bluten; insbesondere Schnitt der frostempfindlichen Arten, wie Pfirsich, Aprikose, Kiwi Nussbaumschnitt möglich Pflanzschnitt und Pfählen bei Jungpflanzen Wundbehandlung und Rindenpflege, Frostschäden heilen Veredeln durch Pfropfen

April
Schnitt von Pfirsich und Aprikose vor, während oder nach der Blüte Pflanzschnitt und Pfählen bei Jungpflanzen Veredeln durch Pfropfen

Mai
Veredeln durch Pfropfen Stäben und Heften (z. B. krumme Gipfeltriebe, Weinreben usw.)

Juni
Sommerschnitt bei Kern- und Steinobst sowie Weinreben Dürres Holz und kranke Triebe ausputzen Stäben und Heften Bastverband bei Veredelungen lösen

Juli
Sommerschnitt insbesondere von Steinobst, Beerenobst nach der Ernte und Weinreben, aber auch Kernobst Dürres Holz und kranke Triebe ausputzen; kranke Früchte und Fallobst entfernen Stäben und Heften Veredeln durch Okulation

August
Sommerschnitt von Stein- und Beerenobst nach der Ernte Dürres Holz und kranke Triebe ausputzen; kranke Früchte und Fallobst entfernen Stäben und Heften Veredeln durch Okulation

September
Sommerschnitt von Stein- und Beerenobst nach der Ernte, insbesondere von HimbeerenNussbaumschnitt möglichDürres Holz und kranke Triebe ausputzen Pflanzschnitt und Pfählen bei Jungpflanzen

Okt./Nov.
Pflanzschnitt und Pfählen bei Jungpflanzen, bei frostempfindlichen Arten besser erst im Frühjahr Frostschutz bei empfindlichen Gehölzen Rindenschutz gegen Wildverbiss und Rindenrisse Leimringe gegen Frostspanner anlegen (im Frühjahr wieder abnehmen/evt. erneuern)

Dezember
Frostschutz bei empfindlichen Gehölzen Etwa ab Ende des Monats Schnitt und Pflege wie im Januar/Februar, bei frostfreien Wetter. Literaturempfehlung:Naturbuch Verlag GmbH, AugsburgObstgehölze richtig schneiden / Peter HimmelhuberISBN 3-89440-083-8Horst Bublitz

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