Verweilen Sie in unseren Anschauungs- und Informationsgärten

Die Bewirtschaftung unserer Gärten erfolgt in Einklang mit den Kreisläufen der Natur und auf Grundlage naturschonender Anbaumethoden unter Berücksichtigung von Erkenntnissen der Ökologie und des Umweltschutzes. Unsere Mitarbeiter setzen die Anschauungen modernen Gärtnerns um, wie sie auch in zahlreichen Artikeln in unseren Verbandspublikationen "Gartenfreund" und "Der Fachberater" und in verbandsinternen Vorträgen vermittelt werden.

 

Der Schaugarten am Haus der Gartenfreunde

Gegenüber dem Eingang zur Geschäftsstelle in der Viergewerkerstraße befindet sich ein großer Anschauungs- und Informationsgarten. Durch ihn zeigen wir, wie ein Kleingarten nach unserer Rahmengartenordnung gestaltet und bewirtschaftet werden kann. Die Rahmengartenordnung des Verbands der Gartenfreunde e.V. der Hansestadt Rostock ist für unsere Vereine verbindlich.

Der Garten hat eine Größe von 570 qm, wobei 170 qm auf eine kleine Obstwiese entfallen. Der lehmige Boden lässt Gemüse prächtig gedeihen.

Die Holzlaube demonstriert, wie sich auf intelligente Weise Laube, Vordach und Geräteschuppen mit Toilette zusammenfassen lassen. Der überdachte Eingang erlaubt, regengeschützt zu sitzen und dabei in den Garten zu schauen. Die mit Sedumgewächsen größtenteils begrünte Dachfläche besitzt 24 qm.

Gartenblick mit rollstuhlgerechtem Hochbeet und Laube

Verdeckt hinter der Laube befindet sich die Kompostanlage. Mehrere Kompostboxen sammeln Gartenabfälle in unterschiedlichen Rottezuständen. Es bleibt genügend Platz, um Arbeiten wie das Sieben des fertigen Komposts auszuführen.

Ein Kleingewächshaus verlängert das Gartenjahr. Gemüse und Kräuter können vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein angebaut werden. Im Frühjahr wird es auch zur Anzucht von Jungpflanzen genutzt.

Im Garten werden Erdbeeren, Kartoffeln und zahlreiche Gemüse in Mischkultur angebaut. Selbstverständlich sind für uns schnelllösliche Dünger und chemische Schädlingsbekämpfungsmittel tabu.

Drei Hochbeete sowie ein Hügelbeet veranschaulichen, auf welche Weise sich Erträge steigern lassen. Eines der Hochbeete wurde speziell für Rollstuhlfahrer entwickelt.

Hinter blühendem Felsen-Steinkraut (Aurinia saxatilis) reihen sich ein rollstuhlgerechtes Hochbeet, im Bild größtenteils verdeckt zwei weitere Hochbeete und ein Kleingewächshaus
Obstwiese im Mai 2016

Die Staudenrabatte kombiniert traditionelle Stauden des Bauerngartens mit der Blütenpracht einjährigen Pflanzen. Die Saison eröffnen hunderte Frühblüher. Mit den Jahren konnten Elfenkrokus, Sibirischer Blaustern und die Gewöhnliche Sternhyazinthe flächig verwildern.

Elemente des naturnahen Gartens fügen sich wie selbstverständlich ein. Nisthilfen für Vögel und Wildbienen, eine Kräuterspirale, eine Gartenteich, Totholz- und Steinhaufen locken Vögel, Insekten und anderes Kleingetier in den Garten.

Separiert hinter einer Buchshecke befindet sich die Obstwiese. Auf ihr wachsen für unser Klima empfohlene Obstbäume und Beerensträucher. Unsere Fachberater demonstrieren hier im Rahmen ihrer Schulungen Beschnitt und Veredelung der Gehölze. Hier befinden sich auch zwei Bienenkästen (Beuten) mit Honigbienen.

Efeu blüht am Verbandhaus Mitte September und zieht wie ein Magnet Insekten an, wie hier im Bild den Admiral. Wer ihn anlocken möchte, sollte als Futterpflanze für seine Raupen die Große Brennnessel (Urtica dioica) im Garten stehen haben.
Blick in den herbstlichen Garten mit einer mindestens vier Meter hohen Sonnenblume

Der Naturgarten - Garten mit hoher Biodiversität

Längs der S-Bahn befindet sich ein weiterer zirka 500qm großer Garten.

Dieser wurde vor einigen Jahren für den regelmäßigen Besuch von Kindergruppen konzipiert und angelegt. Seit dem wird er regelmäßig durch Gruppen 6- bis 10-jähriger Hortkinder besucht, um unter Anleitung zu gärtnern.

Infos zum Kinderprojekt und zur Umgestaltung finden Sie hier...:

2016 wurde viel umgestaltet. Große Flächen wurden von Wildwuchs befreit. Auf umgelegten Grassoden folgten Kartoffeln. Auf einer beräumten Fläche wurden Sommerblumen angesät und Stauden angezogen. Ziel ist es, in Deutschland heimische Wildpflanzen standortgerecht anzusiedeln. Dabei finden in diesem Garten vorzugsweise nur züchterisch unveränderte Wildformen Verwendung.

Neuanlage eines Steingartens. Das südliche Ende bekommt einen trockenmauerähnlichen Abschluss mit einer kleinen Treppe, die Kinder zur Begehung einlädt

Die Ansiedlung seltener und besonders geschützter Arten leistet einen Beitrag zum Artenschutz von Pflanzen und auf sie spezialisierte Tiere. Ein weiteres Anliegen ist es, Arten der heimischen Flora den Besuchern des Gartens bekannt zu machen.

Gewöhnliches Leinkraut (Linaria vulgaris) wächst mit seinen tiefen Wurzeln sehr gut in der trockenen Erde des Steingartens und blüht über sechs Wochen. Es besitzt an diesem Standort sogar die Tendenz zum Wuchern

Im Herbst 2016 wurden im Rahmen eines Projektes zur Förderung von Bienen Kulturformen heimischer Sträucher gepflanzt. Holunder, Sanddorn, Eberesche und Kornelkirsche lassen in den kommenden Jahren auf eine reichhaltige und abwechslungsreiche späte Ernte hoffen.

Die selten angebaute halbrote Form der Gartenmelde (Atriplex hortensis) ist ein besonderer Blickfang und wird zusammen mit Mangold und Weißen Gänsefuß gedünstet

In beiden Gärten werden auch traditionelle Gemüse angebaut, bevorzugt in samenechten und alten Sorten, die unter unseren klimatischen Bedingungen gut gedeihen. 2017 werden die Kinder beispielsweise wieder zirka zehn Sorten von Stangenbohnen legen. Weiterhin finden Sie hier zahlreiche Heil- und Küchenkräuter, essbare Wildpflanzen und Färberpflanzen.

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