Bienen - Helfer im Kleingarten

Bienen sind wichtige Bestäuber

Als Bestäuber zahlreicher Kultur- und Wildpflanzen sind Bienen sowohl ökologisch als auch ökonomisch von großer Bedeutung. Etwa 80 Prozent aller Blütenpflanzen sind in unseren Breiten auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen, andere Insekten (z.B. Hummeln) können diese Aufgabe nur begrenzt übernehmen. Ohne Bienen würde ein Teil der Wildpflanzen aussterben und die von uns genutzten Kulturen würden bedeutend weniger Ertrag liefern. Bienen leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und zur reichhaltigen Ernte. Der Nutzen der Bestäubungsleistung ist insbesondere auch durch die Fachberatung immer wieder unseren Kleingärtnern deutlich zu machen. Bienen sammeln Nektar und Pollen im Umkreis von etwa zwei Kilometern um den Bienenstock. Sie kümmern sich dabei nicht um Grundstücksgrenzen. Je näher sich Bienenstände oder Magazine an einer Kleingartenanlage befinden, umso besser.

Viele Bienen – hohe Erträge

Honigbienen sind deshalb so hervorragende Bestäuber, weil sie als Volk überwintern und zur Obstblüte bereits eine Volksstärke von 10.000 bis 20.000 Sammlerinnen haben. Außerdem sind sie blütenstetig, d.h. wenn Bienen einen blühenden Apfelbaum finden, wird weiter nach Apfelblüten gesucht. So gelangt der richtige Pollen auf die dazugehörige Blütennarbe, was zur Befruchtung und damit zur Fruchtbildung führt. Um eine Bestäubung von Kulturpflanzen zu erreichen, werden 3 bis 4 Völker pro km² benötigt. Untersuchungen ergaben, dass bis zu 50 % höhere Erträge erreicht werden, wenn in der näheren Umgebung Bienenstöcke vorhanden sind. Also sollten an oder in den Kleingartenanlagen zielgerichtet Bienenvölker aufgestellt werden.

Gesunkene Zahl der Bienenvölker

Trotz der großen Bedeutung der Honigbienen ist die Völkerzahl in Deutschland leider dramatisch gesunken. Sie reduzierte sich von 1993 bis heute um über 42 %. Auch die Anzahl der Imker verringerte sich in der selben Zeit um 25 %. Doch ohne unsere Honigbiene gäbe es kaum Obst in unseren Kleingärten. Viele Gemüsesorten müssten künstlich befruchtet werden und die auf Bestäubung angewiesenen Blumen wären im Bestand gefährdet. Wegen der Monokultur in der Landwirtschaft finden die Bienen meist nur noch in Kleingartenanlage ganzjährig Nahrung. Daher ist die Arbeit von Imkern an und in Kleingartenanlagen sowohl für den Erhalt der Bienenvölker als auch für die Sicherung der Bestäubung von besonderer Bedeutung.

 

Der Verband der Gartenfreunde informiert

Deshalb besteht eine intensive und fruchtbringende Zusammenarbeit zwischen dem Imkerverein Rostock e.V. und dem Verband der Gartenfreunde e.V. Hansestadt Rostock. Zusammen werben wir dafür, dass in unseren Kleingartenanlagen weitere Standorte für Bienenstände für unsere sanftmütig gezüchteten Bienen geschaffen werden. In der Rahmengartenordnung des Verbandes der Gartenfreunde e.V. Hansestadt Rostock heißt es u.a.: „Die Förderung und der Schutz der Bienenhaltung ist eine besondere Verpflichtung der Kleingärtnergemeinschaft“.

Unsere Verbandsgärten mit ihrem neuen Bienenzentrum sind ein Zentrum des Erfahrungsaustauschs. Unsere Mitarbeiter informieren interessierte Gartenfreunde.

Die Honigbiene ist von Natur aus nicht aggressiv. Sie ist durch kontrollierte Züchtungen sehr sanftmütig geworden. Imker sind wie Kleingärtner naturverbundene Menschen und daran sollten wir in der gemeinsamen Zusammenarbeit weiter anknüpfen.

Garten-und Imkerfreund Matthias Schreiter

P.S. Ein besonderes Dankeschön an meinen Imkermeister Heinz Hanns, der mir die Liebe zu den Bienen vermittelt hat.

Vortrag - Bienenhaltung in Kleingartenanlagen

Vermittlung von Umweltwissen in unseren Verbandsgärten

Der Erhalt der biologischen Vielfalt gelingt, wenn überhaupt, langfristig nur mit breiter gesellschaftlicher Unterstützung. Biologische Vielfalt muss eine Wertschätzung erfahren und als wesentlicher Bestandteil von Lebensqualität begriffen werden. Dafür spielen drei Aspekte eine Rolle: Wissen, Einstellung und Verhalten. Das Wissen über die Natur und ihrer Bedrohungssituation verbunden mit einer positiven Einstellung ist Voraussetzung dafür, dass sich Menschen so verhalten, dass sie die Umwelt nur gering belasten. Es ist gesellschaftliches Ziel, dass 75% der Bevölkerung den Erhalt der biologischen Vielfalt so verinnerlicht haben, dass ihr Handeln zu einem signifikanten Rückgang der Umweltbelastung führt. Eine Untersuchung unter deutschsprachigen Erwachsenen ergab allerdings, dass nur 23% von ihnen über wenigstens ein Mindestmaß an entsprechenden Kenntnissen besitzt und zugleich eine Verhaltensbereitschaft äußert. Der Verband der Gartenfreunde leistet mit seinen Schulgarten- und Bienenprojekten einen aktiven Beitrag zur Wissensvermittlung und hofft langfristig auch Einstellungen zu prägen.

Dramatisches Sterben von Pflanzen und Tieren

Seit Einzug der industriellen Landwirtschaft sind die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten bedroht oder bereits ausgestorben. Bei nicht gefährdeten Arten ist die Zahl ihrer Individuen zurückgegangen, wie die bei Insekten um bis zu 95%. Viele Arten ziehen sich in urbane Räume zurück. Naturnahe Kleingärten können zur Arche werden und zahlreichen Arten eine gewisse Zeit das Überleben ermöglichen.

Die beiden Gärten des Verbands der Gartenfreunde in der Viergewerkerstraße zeigen, wie Gärten naturnah gestaltet und bewirtschaftet werden. Ein breites Wissen wurde in den vergangenen Jahren bereits umgesetzt. Zur Förderung der Artenvielfalt wurden umfangreiche Maßnahmen durchgeführt.

Totenkopfschwebfliege

Bienenfreundlichkeit durch Förderung der Biodiversität

Insbesondere der Garten längs der S-Bahn wurde 2016 beginnend umgestaltet. Invasive Pflanzen wie Goldrute, Japanischer Knöterich, Topinambur und der Knallerbsenstrauch nahmen beträchtliche Teile des Gartens ein und wurden kontinuierlich bekämpft. Wildgewachsene Grasflächen wurden umgebrochen und einer gärtnerischen Nutzung zugeführt. Viele hundert Zwiebeln von Frühjahrsblühern wurden in den Boden gesteckt. Sie bieten Insekten ein zeitiges Nahrungsangebot. Heimische Sträucher wie Holunder, Kornelkirsche, Eberesche und Sanddorn wurden in Kulturformen gepflanzt und bieten Insekten zeitlich versetzt Pollen und Nektar. Noch häufige Wildpflanzen, wie Schöllkraut, Große Brennnessel und Sauerampfer, wurden an geeigneten Standorten gezielt belassen. Andere, wie Kleines Habichtskraut, Wegwarte und Weiße Taubnessel, wurden in den Garten gebracht, in der Hoffnung, dass sie sich vermehren. In Töpfe wurden heimische Wildpflanzen gesät. Auf diese Weise entstanden gleich ansehnliche Bestände vieler selten gewordener Stauden, wie Wiesenwitwenblume, Taubenscabiose, Mittelwegerich, Kartäusernelke, Kiellauch, Kantenlauch, Gewöhnliches Leinkraut, Rote Lichtnelke, Färberwaid. Andere Arten konnten bereits als etablierte Stauden gepflanzt werden, wie Mädesüß, Königskerze, Großer Wiesenknopf und Großer Odermennig. Zahlreiche Pflanzen wurden eingekauft, wie Eselsdistel, Blut- und Waldstorchschnabel, Graslilien, Lerchensporn, Waldwindröschen, um einige zu nennen. Um sofort Blüten zu bekommen, wurde eine Blumenmischung ausgesät, die bis zum Frost hinein Bienen und Besuchern viel Freude bereitete.

Dunkle Erdhummeln (Bombus terrestris) auf der aus Amerika stammenden Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia). Erdhummeln haben einen weißen Hinterleib und zwei goldgelbe Streifen. Die ähnlich aussehende Gartenhummel hat drei gelbe Streifen.

In der Gartensaison 2017 hoffen wir, dass die Ansiedlungen des Vorjahres zu einem reichen Blütenflor führt. Wir wünschen uns, dass unsre Gärten viele Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge anziehen und im günstigen Fall auch spezialisierte Insekten anlocken.

Wir hoffen, dass unsere Gärten 2017 zahlreiche interessierte Besucher bekommen. Um sie zu sensibilisieren, wurde 2016 auch die Rabatte am Eingang des Verbandshauses mit dekorativen heimischen Wildpflanzen bepflanzt. Von unseren Verbandsgärten möge ein Impuls ausgehen, der viele Gartenfreunde erreicht. Besuchen sie unsere Gärten und suchen sie ein Gespräch mit einem unserer Mitarbeiter. Leisten auch Sie einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Ackerhummel (Bambus pascuorum)

Ansprechpartner

Stiftung für Mensch und Umwelt
Herr Cornelis F. Hemmer

Hermannstraße 29
14163 Berlin-Zehlendorf

Tel.: 030. 394064-310
Fax: 030. 394064-329

www.deutschland-summt.de
www.stiftung-mensch-umwelt.de



Die Initiative "Deutschland summt!" steht unter der Schirmherrschaft
von Daniela Schadt, Lebensgefährtin des Bundespräsidenten.

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