Vortrag - Bienenhaltung in Kleingartenanlagen

Vermittlung von Umweltwissen in unseren Verbandsgärten

Der Erhalt der biologischen Vielfalt gelingt, wenn überhaupt, langfristig nur mit breiter gesellschaftlicher Unterstützung. Biologische Vielfalt muss eine Wertschätzung erfahren und als wesentlicher Bestandteil von Lebensqualität begriffen werden. Dafür spielen drei Aspekte eine Rolle: Wissen, Einstellung und Verhalten. Das Wissen über die Natur und ihrer Bedrohungssituation verbunden mit einer positiven Einstellung ist Voraussetzung dafür, dass sich Menschen so verhalten, dass sie die Umwelt nur gering belasten. Es ist gesellschaftliches Ziel, dass 75% der Bevölkerung den Erhalt der biologischen Vielfalt so verinnerlicht haben, dass ihr Handeln zu einem signifikanten Rückgang der Umweltbelastung führt. Eine Untersuchung unter deutschsprachigen Erwachsenen ergab allerdings, dass nur 23% von ihnen über wenigstens ein Mindestmaß an entsprechenden Kenntnissen besitzt und zugleich eine Verhaltensbereitschaft äußert. Der Verband der Gartenfreunde leistet mit seinen Schulgarten- und Bienenprojekten einen aktiven Beitrag zur Wissensvermittlung und hofft langfristig auch Einstellungen zu prägen.

Dramatisches Sterben von Pflanzen und Tieren

Seit Einzug der industriellen Landwirtschaft sind die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten bedroht oder bereits ausgestorben. Bei nicht gefährdeten Arten ist die Zahl ihrer Individuen zurückgegangen, wie die bei Insekten um bis zu 95%. Viele Arten ziehen sich in urbane Räume zurück. Naturnahe Kleingärten können zur Arche werden und zahlreichen Arten eine gewisse Zeit das Überleben ermöglichen.

Die beiden Gärten des Verbands der Gartenfreunde in der Viergewerkerstraße zeigen, wie Gärten naturnah gestaltet und bewirtschaftet werden. Ein breites Wissen wurde in den vergangenen Jahren bereits umgesetzt. Zur Förderung der Artenvielfalt wurden umfangreiche Maßnahmen durchgeführt.

Totenkopfschwebfliege

Bienenfreundlichkeit durch Förderung der Biodiversität

Insbesondere der Garten längs der S-Bahn wurde 2016 beginnend umgestaltet. Invasive Pflanzen wie Goldrute, Japanischer Knöterich, Topinambur und der Knallerbsenstrauch nahmen beträchtliche Teile des Gartens ein und wurden kontinuierlich bekämpft. Wildgewachsene Grasflächen wurden umgebrochen und einer gärtnerischen Nutzung zugeführt. Viele hundert Zwiebeln von Frühjahrsblühern wurden in den Boden gesteckt. Sie bieten Insekten ein zeitiges Nahrungsangebot. Heimische Sträucher wie Holunder, Kornelkirsche, Eberesche und Sanddorn wurden in Kulturformen gepflanzt und bieten Insekten zeitlich versetzt Pollen und Nektar. Noch häufige Wildpflanzen, wie Schöllkraut, Große Brennnessel und Sauerampfer, wurden an geeigneten Standorten gezielt belassen. Andere, wie Kleines Habichtskraut, Wegwarte und Weiße Taubnessel, wurden in den Garten gebracht, in der Hoffnung, dass sie sich vermehren. In Töpfe wurden heimische Wildpflanzen gesät. Auf diese Weise entstanden gleich ansehnliche Bestände vieler selten gewordener Stauden, wie Wiesenwitwenblume, Taubenscabiose, Mittelwegerich, Kartäusernelke, Kiellauch, Kantenlauch, Gewöhnliches Leinkraut, Rote Lichtnelke, Färberwaid. Andere Arten konnten bereits als etablierte Stauden gepflanzt werden, wie Mädesüß, Königskerze, Großer Wiesenknopf und Großer Odermennig. Zahlreiche Pflanzen wurden eingekauft, wie Eselsdistel, Blut- und Waldstorchschnabel, Graslilien, Lerchensporn, Waldwindröschen, um einige zu nennen. Um sofort Blüten zu bekommen, wurde eine Blumenmischung ausgesät, die bis zum Frost hinein Bienen und Besuchern viel Freude bereitete.

Dunkle Erdhummeln (Bombus terrestris) auf der aus Amerika stammenden Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia). Erdhummeln haben einen Weißen Hintern und zwei goldgelbe Streifen. Die ähnlich aussehende Gartenhummel hat drei gelbe Streifen.

In der Gartensaison 2017 hoffen wir, dass die Ansiedlungen des Vorjahres zu einem reichen Blütenflor führt. Wir wünschen uns, dass unsre Gärten viele Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge anziehen und im günstigen Fall auch spezialisierte Insekten anlocken.

Wir hoffen, dass unsere Gärten 2017 zahlreiche interessierte Besucher bekommen. Um sie zu sensibilisieren, wurde 2016 auch die Rabatte am Eingang des Verbandshauses mit dekorativen heimischen Wildpflanzen bepflanzt. Von unseren Verbandsgärten möge ein Impuls ausgehen, der viele Gartenfreunde erreicht. Besuchen sie unsere Gärten und suchen sie ein Gespräch mit einem unserer Mitarbeiter. Leisten auch Sie einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Ackerhummel (Bambus pascuorum)

Ansprechpartner

Stiftung für Mensch und Umwelt
Herr Cornelis F. Hemmer

Hermannstraße 29
14163 Berlin-Zehlendorf

Tel.: 030. 394064-310
Fax: 030. 394064-329

www.deutschland-summt.de
www.stiftung-mensch-umwelt.de



Die Initiative "Deutschland summt!" steht unter der Schirmherrschaft
von Daniela Schadt, Lebensgefährtin des Bundespräsidenten.

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