Kinder in den Gärten des Verbandes der Gartenfreunde

In der Gartensaison 2016 ist unser Schulgartenprojekt gut angelaufen. Im zeitigen Frühjahr konnten zu einer bereits bestehenden Kooperation bei zwei weiteren Einrichtungen Interesse geweckt werden. So kamen Kinder der Horthäuser Goethestraße und Margarete bis zu den Sommerferien heran in der Regel wöchentlich. Zwei Klassen der Privatschule Universitas besuchten uns mehrfach und die Grundschule am Mühlenteich beging mit über 20 Kindern bei uns den Kindertag. In den Sommerferien werden spontane Besuche verabredet, doch mit Beginn des neuen Schuljahrs sind die Termine bis zu den Herbstferien vorgetragen. Wenn das Wetter es zulässt, soll bis in den November hinein gegärtnert werden.

Als Schulgarten stehen die Gärten des Verbands der Gartenfreunde auf seinem Gelände in der Viergewerkerstraße zur Verfügung. Der hintere, längs der S-Bahn befindliche Garten wurde vor einigen Jahren eigens für den Besuch von Kindergruppen neu gestaltet. Dort ist auch Platz zum Spielen.

Ziel ist es, Kindern ergänzend zum Natur- und Sachkundeunterricht praxisnahe Erfahrungen zu ermöglichen. Im Einzelnen werden gärtnerische Themen, wie Säen, Pflegen, Ernten spielerisch erarbeitet. Dabei werden alltagspraktische Kompetenzen erworben, soziale Fähigkeiten bei der Bewältigung von Aufgaben gefördert, Sinneserfahrungen gesammelt, der jahreszeitliche Kreislauf erfahren, das  Bedürfnis zur gesunden Ernährung gefördert und Verständnis, Achtung und Liebe für Flora und Fauna entwickelt.

Was hier so allgemein formuliert ist, gestaltet sich vor Ort auf vielfältige Weise. Keines der Kinder konnte von Natur aus mit einer Harke eine Fläche glätten oder Zwiebeln längs einer Schnur stecken. Es zeigt sich: Alles Tun im Garten ergibt Sinn.

Die zu bewältigenden Aufgaben ab Mitte Juni lösen regelmäßige Jubelschreie aus. Erdbeeren ernten und aufessen oder in die Süßkirsche einfallen sind Arbeiten ganz in ihrem Sinne. Erstaunlicherweise machen sich die Kinder mit gleicher Freude über saures wie Schattenmorellen und Rote Johannisbeeren her. Dazu gibt es auch gerne ein Portion Eis.

Die Sinneserfahrungen sind vielschichtig. Ein Mädchen setzte sich beispielsweise eine besonders große Weinbergschnecke auf ihren Handrücken und beobachtet andächtig, wie sie breit auseinanderging und zu kriechen begann.

Neben Gartenarbeit und Spielen lernen die Kinder auch die aktuell blühenden, selten gewordenen heimischen Pflanzen kennen, wie Märzenbecher, Schlüsselblume, Witwenblume oder Feldrittersporn, denn, nur was man kennt, kann man auch schützen.

Unsere Verbandsgärten stehen Besuchern ebenfalls offen. Wir freuen uns auf ihren Besuch.

Jörg Sedl, Projektmitarbeiter

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