Der Garten im Herbst

Geht man jetzt durch Kleingärtenvereine wirken einige Parzellen schon kahl und leer geräumt. Die Beete sind umgegraben, Stauden und Gräser zurückgeschnitten und die Obstbäume wurden kräftig gestutzt. In einer Gartenecke liegt das Schnittgut und wird schon bald in den bestellten Grünschnittcontainer gepackt oder zum Recyclinghof gebracht.. Besser ist es, das organische Material zu kompostieren und so die Nährstoffe  im eigenen Garten zu behalten. Wie wir in einer Fachberaterweiterbildung von Dr. Robert Schmidt (LALLF) erfahren haben, müssen nur einige befallene Pflanzen bzw. Pflanzenteile aus dem Garten entfernt werden. Dazu gehören Äste mit Obstbaumkrebs, Strünke, Wurzeln und Knollen, die Kraut- und Braunfäule haben sowie  Erdreste und Wurzelballen, die Larven von Bodenschädlingen wie Engerlingen, Dickmaulrüsslern, Drahtwürmern enthalten. Hingegen können Pflanzenteile mit Mehltau, Rost, Monilia, Schorf, Sternrußtau, Rotpustel, Grauschimmel, Blattflecken und von Schädlingen befallene Blüten, Blätter- und Früchte abgedeckt kompostiert werden. Grobe Pflanzenmaterialien und Äste können zum Befüllen von Hochbeeten oder zum Anlegen von Hügelbeeten verwendet werden. Feine Materialien wie Blätter und dünne Triebspitzen können einer Flächenkompostierung unterzogen werden.

Das Umgraben im Herbst ist nur bei schweren Böden nötig. Auf leichten und mittleren Böden ist die breitwürfige  Aussaat von Gründüngung, die im Frühjahr eingearbeitet wird, besser. Die Gründüngungspflanzen lockern den Boden, beugen Verschlämmung und Erosion vor, unterdrücken das Unkrautwachstum, Erhöhen nach der Einarbeitung den Humusanteil  im Boden und tragen zur Verbesserung des Wasserspeichervermögens des Bodens bei. Bei der Aussaat von Gründung muss auf die Fruchtfolge geachtet werden. Wo Kohl oder Radieschen angebaut werden sollen, ist der Einsatz von Kreuzblütlern wie Gelbsenf, Ölrettich oder Raps nicht geeignet. Bei Bohnen und Erbsen sind Leguminosen als Vorfrucht nicht sinnvoll. Im Oktober kann noch Winterroggen, Winterraps, Rotklee, Zottelwicke und Feldsalat ausgesät werden. Letzterer bereichert sogar unseren Speiseplan.

Die Bäume und Sträucher bereiten sich auf die Winterruhe vor. Werden sie jetzt zurückgeschnitten, erfolgt kein Wundverschluss mehr und Pilze haben ausreichend Zeit, in das Holz einzudringen. Deshalb ist ein Schnitt im Frühjahr empfehlenswerter.

Insekten bzw. deren  Larven oder Puppen  überwintern  je nach Art in markhaltigen oder hohlen Stängeln von Stauden, Gräsern oder einjährigen Pflanzen. Von den Samenständen ernähren sich Vögel. Wenn wir die Pflanzen erst im Frühjahr zurückschneiden, helfen wir diesen Tieren über den Winter zu kommen und sie unterstützen uns im Frühjahr bei der Bekämpfung von Blattläusen, Raupen, Würmern und kleinen Schnecken.

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